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Zusatztexte zu Heft 1/2016

 

Festrede zum 20 jährigen Bestehen des Fachverbandes         von Linde Steyer

The Enfolding                            by Lorraine Pratt

Auszug aus dem Artikel: Sich gehen lassen                  von Pierre Stutz

 


Wie war das im Anfang?                     Linde Steyer

An die Anfänge des Verbandes sollte ich mich erinnern und berichten....
Zunächst aber möchte ich über die Beweggründe fantasieren, die zu dem Wunsch nach einem Verband Meditation des Tanzes geführt haben könnten.

Beginnen möchte ich mit einem Text von Kurt Marti:
Die gesellige Gottheit am Werk

Von Ur an:
Gott in Geselligkeit,
Gott mit Sophia,
der Frau, der Weisheit,
geboren,
noch ehe alles begann.
 
Sie spielte
vor dem Erschaffer (Sprüche 8,22 – 31),
umspielte, was er erschaffen,
und schlug, leicht hüpfend von Einfall zu Einfall,
neue Erschaffungen vor:

Warum nicht einen anmutig gekurvten Raum?
Warum nicht Myriaden pfiffiger Moleküle?
Warum nicht schleierwehende Wirbel, Gase?
Oder Materie, schwebend, fliegend, rotierend?

So sei es, lachte Gott,
denn alles ist möglich,
doch muss auch Ordnung ins Ganze -
durch Schwerkraft zum Beispiel.

Dazu aber wünschte Sophia sich
ebensoviel Leichtigkeit.
Da ersann Gott die Zeit.
Und Sophia klatschte in die Hände.
Sophia tanzte, leicht wie die Zeit,
zum wilden melodischen Urknall,
dem Wirbel, Bewegungen, Töne entsprangen,
Räume, Zukünfte, erste Vergangenheiten -
der kosmische Tanz,
das sich freudig ausdehnende All.

Fröhlich streckte Sophia Gott die Arme entgegen.
Und Gott tanzte mit.

Zeitsprung:
Und als die Zeit reif war, schickte die göttliche Weisheit den Tanzmeister B. Wosien auf die Erde. Nach einem Leben, erfüllt von klassischem Tanz, kam über ihn die Weisheit des Alters. Er wandte sich den Tänzen der Völker zu, erkannte die Geselligkeit der Kreistänze und erschuf aus seinem vollen Tänzerherzen die Meditation des Tanzes.

Nachdem sich die Flamme der Begeisterung für den heilenden Tanz auszubreiten begann, hüpfte die Weisheit wieder und schuf durch weibliche Leichtigkeit neue Tänze, Ausbildungen, die die Quintessenz des Klassischen Weges so vereinfachten, dass wir Laien zu üben begannen. Im "anmutig gekurvten Raum" dehnte sich der Tanzkreis freudig aus, aber er war flüchtig: eben das - dem Tanz eigene - Element.

Es brauchte Bezogenheit: anhaltende irdische Begegnung und das geschriebene Wort.
Und so ersann sie in ihrem Herzen, wie das flüchtige Wohlgefühl oder die tiefer gehende Erfahrung, die im Tanz entstanden war und schnell wieder verflog, in Worte einzufangen wäre.  
Die Idee einer Zeitschrift war in ihr als neues geliebtes Kind am Wachsen.

Wir alle kennen ihr großes Talent, zu begeistern, zu entflammen und, nicht zu vergessen, dem Feuer durch sanftes Anpusten immer mal wieder Sauerstoff zukommen zu lassen ... (z. B. bei der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen)

So fanden sich schnell des Wortes kundige Tänzerinnen, die sich flink an die Arbeit machten, um eine Zeitschrift herauszugeben, in der Schritt für Schritt "unsere Themen" eine feste Form annahmen. Unsere Abschlussarbeiten, in denen wir die auf dem Tanzweg gemachten Erfahrungen reflektierten, waren die Substanz oder "Kritische Masse". Auf diese konnte sich die Redaktion stützen, um die im Leitartikel anklingenden Themen zu ergänzen. Ein größerer Leserkreis war aufgerufen, neuen Facetten zu begegnen und diese zu bedenken. Ein Austausch war angeregt.

Und da ein Kind auf Erden zwei Füße braucht, um darauf zu stehen und "Balance " halten zu können, ersann sie im Geiste eine Begegnungsstätte: Einen Verband, der uns dauerhaft verbinden sollte. Zudem schreiben die Regeln innerhalb der irdischen Schwerkraft für eine Zeitschrift, die  zur Verständigung und für Mitteilungen dienen sollte, einen Verband oder Verein vor.
So kam es, dass beide der Zwill – die BALANCE und der Ling – der Verband aus der Taufe gehoben wurden.

Auch dafür machte sich eine begeisterte Gruppe an die Arbeit. Eine Verbandsgründung zu beginnen war eine Erden- und Paragrafenschwere Arbeit! Nun kann kein Verband ohne Gründungsversammlung und Satzung mit Richtlinien und Zielen geboren werden. Wir standen mit viel Enthusiasmus erst mal vor dem Nichts.

Wie sollten wir, die wir uns dem Tanz verschrieben hatten, uns Paragrafen-Deutsch und juristische Feinheiten zu eigen machen oder mindestens deren Wichtigkeit verstehen und akzeptieren können? Die Quadratur des Kreises! Im Tanz "Der Garten" näherten wir uns zwar diesem Kreis-Quadrat an, aber auf dem Papier mit dem Ziel, als Verband von der Behörde anerkannt zu werden...... sehr viel Vertrauen war nötig.
Nicht verschweigen will ich: wir hatten eine Juristin in unserer Runde: Ute Rohm...
Und wieder kam uns der Geist, diesmal als eine günstige Fügung, zu Hilfe!

Da hatte doch gerade eine Bauchtanzgruppe in Heidelberg genau einen solchen Verband gegründet und natürlich eine Satzung eingereicht. Holger, unser zukünftiger 1. Vorstand, hatte die Kontakte hergestellt, und wir konnten deren Satzung als Grundlage verwenden. Das war sehr hilfreich. Kurze Frage an euch im Saal: Wer hat die Satzung des Verbandes jemals ohne Not gelesen??? Dann wisst, ihr wovon ich spreche. Wir mussten natürlich einiges verändern und unseren Bedürfnissen entsprechend zurechtstutzen. Ich möchte nur ein Beispiel heranziehen, an das ich mich noch gut erinnere: Da sollten als Ziel im Bauchtanz "die Hüften weich und frei schwingen, und der Bauch sich genüsslich und sichtbar bewegen." Das entsprach natürlich überhaupt nicht unseren hehren Zielen. Beim feierlichen Schreiten, Schritt und Tip und einem bewussten Aufrichten in der Wirbelsäule hat man möglichst keinen Bauch und schon gar keine Hüften! Dies Ziel war jedoch leicht aus der Satzung zu streichen! Weitere Einzelheiten möchte ich euch ersparen.

Die Gründungsversammlung im Juli 1996 auf dem Hesselberg war sehr gut besucht. Wir tanzten, diskutierten und waren voller Tatendrang. Das Ziel noch ungenau, aber das wird sich finden, dachten wir. Die erste BALANCE "Zeitlose Freude" lag frisch gedruckt bereit und eine ausgearbeitete Satzung wurde vorgestellt .Der Beschluss zur Gründung eines Bundesverbandes Meditation des Tanzes entsprechend der Gründungssatzung der Verbandsordnung wurde gefasst. (Beachtet das Juristen-Deutsch), der 1. Vorstand gewählt...... nachzulesen in BALANCE 1/97
Womit wir uns sehr lange kontrovers auseinandersetzten, war das Folgende: wie offen wollten wir anderen Tanzwegen gegenüber sein? Im Bericht über die Gründungsversammlung war es dann so formuliert, Zitat: "Wichtig erschien den Anwesenden, diesen Verein Schritt für Schritt überschaubar wachsen zu lassen, um all den Fragen gewachsen zu sein, die im Zusammenhang von Mitgliedschaft und Zeitschrift mit Veröffentlichungen, Agenda, Anzeigen etc. entschieden werden müssen."

Hier begann die Achillesferse des begonnen Unternehmens schnell zu schmerzen:
Unsere Ziele waren extrem vage, sie reichten von:
–    erst mal klein anfangen, bis hin zu
–    die Tanzrichtungen, die der Große Geist einst befruchtet hatte, liebevoll endlich alle unter einem Dach zu vereinen.
Auch die Zwillingskinder BALANCE und Verband mussten wie echte Geschwister erst mal ihre Position einnehmen und sich abgrenzen. Es wurde heftig gerungen! Der neu gewählte Vorstand nahm bei aller Begeisterung auch einen Rucksack mit Problemen in die erste Arbeitsphase.

Wir trafen uns ungefähr alle 6 Wochen auf halbem Wege zwischen Wiesloch, Geislingen, Nürnberg, Hamburg, der Schweiz und Holland: Das war bei Steyers im damals leeren Haus in Heidelberg. Kurz erwähnen möchte ich dazu, dass die Unkosten, die wir hatten, mit der Währung "Begeisterung" bezahlt wurden. Begeisterung darüber, bei der Geburt von etwas Neuem gestaltend mitzuwirken, denn die Kasse war noch leer!

Holger und ich brachten die Satzung aufs Registeramt in Heidelberg. Es war ein großer Tag und zumindest ich war sehr ehrfürchtig gestimmt, als wir dem Beamten gegenüberstanden - in einem Raum, alle Wände in offenen Regalen bis zur Decke vollgestopft mit Papieren, die wie lose verstaubte Blätter wirkten, alles Vereinssatzungen! Die Ehrfurcht hatte sich schnell verflüchtigt.
In der ersten Hauptversammlung im März 1997 verabschiedeten wir einen ersten ausgeglichenen Haushalt (3 Währungen) und ein Protokoll, das wir irgendwie stolz dem Amt ablieferten. Dennoch, die Ziele waren vor der Gründung zu unklar, die Hindernisse auf der ersten Wegstrecke schienen unüberbrückbar, was zu einer Fluktuation in den Verbands- und BALANCE-Gremien führte.
Wir besannen uns darauf, die wunderbare Idee, den Tanz zu erden und zu Begegnung und Austausch zu führen, an ihre Quelle zurückzubringen.

Wir baten sie, die Initiatorin, die geistige Mutter, inständig, als Lotsin an Bord zu gehen und die Führung - ihrer Vorstellung entsprechend - zu übernehmen, um das Schiff vor der Versandung zu bewahren. Ja möglichst in ruhige Gewässer zu führen. Oder beim Bild der Zwillinge zu bleiben, die Entwicklung und Entfaltung beim Erwachsen-Werden ihrer Kinder selbst zu übernehmen. Friedel übernahm den 1. Vorsitz und machte sich an die Arbeit, einen Standort unter Gleichen zu finden und später, falls der Wunsch bestehe, für Menschen auf anderen Tanzwegen zu öffnen. 

Dieser erneute Anfang schlug sich auch im Namen nieder: Fachverband Meditation des Tanzes - Sacred Dance e.V. sollte er heißen. Er wuchs kontinuierlich. Über die Jahre brachte jeder "neue Vorstand" frische Ideen oder auch schon mal bereits verworfene Vorschläge darüber ein, wie Öffentlichkeitsarbeit aussehen könnte. Gleichgültig, was der jeweilige Vorstand sich vorgenommen hatte, es war immer mit viel Engagement und noch mehr Arbeit verbunden. Beide Zwillinge sind nicht nur stattlich gewachsen, sondern sind auch erwachsen geworden. Sie haben sich herausgeputzt und feiern heute ihren 20. Geburtstag.

Wir alle sind gekommen um mit beiden zu feiern!
Soweit meine Erinnerung an die ersten Anfänge.

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The Enfolding                                                        by Lorraine Pratt

As I take the first steps of this dance I am aware of the energy, the desire to move forward. I am also conscious that the singer sings of a relationship with God; One who enfolds, upholds, teaches wisdom and blesses with passion. A God who protects, defends and enables the one in relationship with Him to trust and have the courage to stand up for what is right.  Does it make a difference if you understand the words of the song as you dance? Is the knowledge that you are being invited to respond to a relationship that will embrace you affect the way you dance?

Is it the music that impels one to respond with enthusiasm? If so where am I in my relationship with the other dancers? The circle is connected but the dance also involves having a partner and being part of a smaller group. Who am I in this dialogue? Or perhaps, ‘Where am I?’ Is it a call to my whole self to respond with energy and immediacy to something which is both present in the NOW and a promise for the future?

The dancers hold hands as they dance the verses of this song. They face centre, the upper body remaining in that position. I have a sense that it could be too easy to turn the steps of this dance simply into a bounce, but that would be to miss the emphasis because although the phrasing of the music stresses the opening of each line, the first step of the dance rises only to be grounded. Each grapevine, with the left foot crossing in front of the right, sinks towards the ground. This is followed with a right Yemenite and then a left step to the centre, the right foot draws the body back to the circle line and as the left foot closes, next to it, the body is drawn upwards. In many ways it is so simple, to the extent that the dancer could be lulled into a false security as the rhythm of the music also lures one into believing that it too will continue to be repetitive.

There is a connecting phrase, to which the singer la, la, lah’, when the dancers face their partner. The same step pattern is repeated but the person on the right moves towards the centre whilst the left person dance out from the circle line. The basic pattern is completed, (not with the left step to the centre, right replace, left close), with a turn in three steps, over the left shoulder, followed by the right foot  tipping the left, which bring the partners together close to the circle line. They then repeat their steps, again, away from each other but after the turn they once again become part of the circle and the section is concluded with two Yemenite one on the right and then the left.  I feel that the last line of the verses: “And may God, with passion, bless you now,” or verse two “with mercy” and verse three” with courage” is the invitation for the dancers to face each other and offer that blessing so that the interaction is one of hope for the future.

Does the energy change with step, step, hop which follows the main verses? I don’t think so. I am drawn to experience them with a childlike simplicity; the ease with which children sing their rhymes and move in response to them. The words juxtapose experiences: sickness or health, poverty or wealth, good and bad times, happiness and sadness, strength and weakness, listening or speaking, having nothing or having everything; on each of these may the blessing of God be felt. In other words, may you experience being enfolded.

I have been challenged by this dance as I pondered the energy of the music and dance steps and I felt the need for conversations but I stopped, none of these conversations were necessary; this is a song and a dance to celebrate the reality of being enfolded; a song, a dance of rejoicing. We are given a dance of connectedness not only with those in the group but with the ONE who enfolds, teaches and blesses.

 I am struck by the fact that this dance is included in the Book tilted ‘New Heaven and a new Earth’.  Perhaps, the challenge of this dance is for the dancers to really connect with each other with reverence as well as with joy: to be aware that the Kingdom of God is both present and ‘yet to come’.  We have a responsibility in bringing about a new creation and need to celebrate that we are loved, protected, blessed and trusted with bringing about that future.

I have recently been listening to and watching programmes which explored how some composer’s music not only offers an insight into the political situation against which they were written but also offered the listener an opportunity to connect with their emotional responses to these situations. Their music gave the opening for the release of anguish and for hope.  So I invite you to read and reflect on the words of ‘The Enfolding’.  Then to listen to the music which takes these words into another sphere; and finally to give expression to them in dance!

Thank you Friedel for reminding us of the need to joyfully celebrate our relationship with God, to respond with dynamic movements, to stand tall and connect with each other so initiating the possibility of a New heaven and a New Earth of which our world is so in need. Finally, talking with a friend, who is a priest in the Church of England, she commented that she often uses this hymn as the closing blessing at a service. Now I am mentally planning a ritual which closes with this dance!

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